Falsch getankt - was tun?

Falsch Tanken zählt mittlerweile nach Überhitzungsschäden, kaputten Batterien und vergessenen Schlüsseln zu den häufigsten Pannenursachen. Und wer versehentlich Benzin statt Diesel tankt kann einen mehrere tausend Euro großen Motorschaden provozieren. Auch Diesel in Benzin kann gefährlich sein. Wir haben deswegen für Sie ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie mit einer solchen Situation umgehen:

Fall 1
Diesel statt Benzin

Selbst wenn Sie nur eine kleine Menge Diesel in Benzin getankt haben, sollten Sie zunächst den Motor nicht mehr anlassen bzw. sofort anhalten und den Motor abstellen. Sehen Sie in Ihrer Betriebsanleitung nach. Falls dort kein Hinweis zu finden ist, rufen Sie in einer Fachwerkstatt an. Je nach getankter Menge und Motor kann man entweder noch vorsichtig weiter fahren (und immer wieder den richtigen Kraftstoff nachtanken) oder man muss den Tank leer pumpen lassen. Schäden an der Einspritzanlage können nicht ausgeschlossen werden.

Fall 2
Benzin statt Diesel

Auch bei kleineren Mengen von Benzin im Diesel sollten Sie erstmal den Motor abstellen oder sofort anhalten und in der Betriebsanleitung nachlesen.
Handelt es sich um ein älteres Dieselfahrzeug (kein Direkteinspritzer!), so sind einige wenige Liter Benzin zusammen mit einer Dieselrestmenge nicht schädlich. Sie sollten jedoch möglichst schnell den Tank wieder mit Diesel auftanken.
Moderne Motoren (Common-Rail- oder Pumpe-Düse-Technik) verzeihen solch einen Tankfehler nicht. Lassen Sie den Motor auf keinen Fall an und beachten Sie die Herstellervorschriften. Haben Sie den Motor mit dem Benzin-Diesel-Gemisch noch nicht gestartet, so kann das Abpumpen des Gemisches ausreichend sein. Ist der Motor jedoch bereits einmal gestartet worden, kann ein Austausch des gesamten Einspritzsystems inklusive der Kraftstoffleitungen, Injektoren und der Hochdruckpumpe sowie ein Spülen des Tanks zwingend erforderlich sein. Das kostet mehrere tausend Euro. Das Problem liegt darin, dass selbst bei geringsten Mengen an Benzin der Schmierfilm in der Einspritzpumpe abreißen kann.

Fall 3
Normalbenzin statt Superbenzin oder Super Plus

Das Tanken von Normalbenzin mit einer Oktanzahl von 91 statt Superbenzin mit 95 Oktan oder Super Plus mit 98 Oktan verursacht bei den meisten Autos keine Probleme. Sie sollten zur Sicherheit jedoch vor dem Starten in der Bedienungsanleitung des Herstellers nachschauen. Meist kann auf ein Abpumpen verzichtet werden. Vor allem moderne Fahrzeuge sind mit Klopfsensoren ausgerüstet, die den Motor auf die jeweilige Kraftstoffqualität anpassen. Möglicherweise kommt es aber zu einem Leistungsverlust. Auf alle Fälle sollten Sie dem Motor keine hohen Leistungen abverlangen (keine Vollgasfahrten, Bergauffahrt oder mit Anhängerlast) und schnellstmöglich Superbenzin nachzutanken.

Fall 4
Superbenzin oder Super Plus statt Normalbenzin

Grundsätzlich hat dieser Betankungsfehler keine negativen Auswirkungen. Die gängige Meinung, man könne damit eine Steigerung der Motorleistung erreichen, trifft jedoch nur dann zu, wenn der Motor mit Klopfsensoren ausgerüstet ist, die sich auf die verschiedenen Kraftstoffe einstellen können.

Fall 5
E10 statt Superbenzin oder Super Plus

Etwa 90 % aller benzinbetriebenen PKW können E10 tanken. Neufahrzeuge sind in der Regel E10-tauglich. Ob Ihr Fahrzeug E10 verträgt, erfahren Sie von Ihrem Fahrzeughersteller. Denn Fahrzeuge, die E10 nicht vertragen, können bereits durch einmaliges Betanken mit E10 dauerhaft geschädigt werden. Eine Liste E10-verträglicher Fahrzeuge finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Automobil Treuhand GmbH.

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